Informationsstelle Peru e.V.

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Regenwald

Rio +20: Wie illegales Tropenholz reingewaschen wird

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RIO + 20  - KONKRET:  Auch weiterhin gilt: Kein Tropenholz kaufen!

Im Vorfeld der Agenda-Nachfolgekonferenz im Juni 2012 in Rio de Janeiro steht das Thema „Grüne Ökonomie“, was man auch immer darunter versteht, im Mittelpunkt.

Umwelt- und Indigene Organisationen sprechen von Agenda minus 20 angesichts all der Versäumnisse in den letzten 20 Jahren.

Andere Organisationen wie der WWF, dem immer stärker die Kooperation mit der Wirtschaft vorgeworfen wird, werden  das Thema des nachhaltigen Tropenholzes einbringen.

Deshalb ist es gut, am Beispiel Perus genauer hin zu schauen, wie es mit diesem „grünen Produkt“, sprich Holz aus dem grünen Regenwald,  aussieht.

Eine beängstigende Vorbemerkung: 98%  ist illegal, 2 % legal.

Das macht stutzig.

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Ashaninka-Indigenas klagen gegen Wasserkraftwerk

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Erstarktes indigenes Selbstbewußtsein in Peru –

Asháninkaorganisation verklagt das peruanische Parlament

Noch vor 20 Jahren musste die indigene Bevölkerung am Ene Fluss im zentralen Regenwald Perus vor der Repression des Leuchtenden Pfads und des Militärs flüchten. In diesen kriegerischen Auseinandersetzungen starben ca. 6.000 Indigene, zehntausende mussten aus ihren kleinen Siedlungen flüchten. Am 16.2.2012 legte die Asháninka-Föderation CARE (Central Asháninka del Rio Ene) eine Verfassungsbeschwerde gegen das peruanische Parlament und das Außenministerium ein.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 03. April 2012 um 16:37 Uhr Weiterlesen...
 

GUT LEBEN statt BESSER LEBEN

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Indigene Konzepte zur Lebensqualität

Ein Diskussionsbeitrag von  Heinz Schulze

Für uns Mitteleuropäer sind die indigenen Vorstellungen eines GUTEN LEBENS zunächst mal nicht gedacht, sie haben auch nichts mit esoterischen Fluchtszenarien aus der Realität zu tun. Unsere Art und Weise zu leben und zu produzieren ist anders als die von indigenen Völkern in den Anden oder im Regenwald Lateinamerikas. „VIVIR BIEN – GUT LEBEN“ ist ein positiver Ansatz, die aber gleichzeitig falsche Entwicklungsansätze ablehnt, die „wir“ (durch staatliche und private Entwicklungsprojekte wie auch besonders durch evangelikale Religionsgemeinschaften) indigenen Gemeinschaften gebracht haben.

Mit den Vorstellungen des GUTEN LEBENS wurde ich  erstmals 1992 „konfrontiert

Das geschah durch Gespräche mit Serafin Aju, einem methodistischen Aymara-Pastor aus Bolivien. Er war Teilnehmer einer Delegation von VertreterInnen indigener Organisationen aus Lateinamerika anlässlich der Protest- und Aufklärungskampagne „500 Jahre Kolonisierung und Ausbeutung“. Die Rundreise dieser interessanten Delegation haben wir mit organisiert und es war eine gelungene Antwort auf das Jubiläum der angeblichen „Entdeckung“ Südamerikas durch Kolumbus.

In späteren Briefen bemerkte Serafin Aju, dass es schwer sei, in seinem methodistischen Umfeld Ideen indigener Religiosität und Vorstellungen eines VIVIR BIEN in indigenen Gemeinschaften seinen theologischen KollegInnen, besonders in den USA,  zu vermitteln.

Das Konzept des GUTEN LEBENS entwickelte sich als Teil der Weltsicht indigener Organisationen. Erst heute ist das Konzept  aus der Umklammerung von nationalistischen indigenen Organisationen, orthodoxen linken Parteien, und  geschäftstüchtigen „Schamanen“ die das Thema esoterisch vermarkteten, herausgewachsen und stellt heute eine politische Leitlinie im Staat Bolivien dar.

Frühere Beschreibungen des GUTEN LEBENS waren unter anderem: „Früher im Inca-Reich war alles besser und nur ein zurück zu diesem (Anmerkung: Sehr autoritären Staatsgefüge) Zustand bringt alles Gute zurück“; „Schamanen führen  Rituale zur Naturverbundenheit und dem einfachen Leben durch, verhalten sich aber rein kapitalistisch.“

Die Unterschiede, was ein GUTES LEBEN konkret ausmacht, sind natürlich verschieden in andinen Dorfgemeinschaften oder indigenen Organisationen im amazonischen Regenwald. Das macht sich nicht nur an Begriffen wie „Mutter Erde“ (Anden) und “Mutter Natur“ (Regenwald) fest. Auch gelten diese Lebensvorstellungen nit mehr in allen indigenen Dorfgemeinschaften. Dort, wo der Einfluss kapitalistischer Religionen, z.Bsp. durch nordamerikanische Sekten, stark ist, und die Leute  sich deshalb nicht mehr an traditionellen Festen beteiligen, bestimmte Speisen nicht mehr essen dürfen, etc.

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Wem dienen Feldforschungen in Peru ?

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Ein Einwurf von Heinz Schulze

Dr. Störl, Privatdozentin (Arbeitsstelle Diversität und Hybridität im Kontext von Kultur, Sprache und Kommunikation an der TU Berlin) bietet für August 2011 eine Exkursion „Begegnung der Kulturen – Methoden der Feldforschung“ nach Peru an.

Teddy Sinacay T., verantwortlich für 32 Dorfgemeinschaften des indigenen Volkes der Asháninka im zentralen Regenwald Perus, Distrikt Rio Negro, dem ich das Programm zeigte, meinte dazu. Wem dienen eigentlich diese ganzen Forschungen in Perú? Auch zu uns in den Regenwald kommen viele Forscher. Wenige fragen uns, ob uns das gefällt oder sprechen es vorher mit uns ab, ob und wie deren Ergebnisse dazu dienen, unsere Rechte, unsere Kultur, unsere Überlebenschancen zu verbessern.

Bei genauerem Lesen des o.g. Programms sind aus Sicht einer langjährigen Kooperation mit Peru (von Basisorganisationen bis wissenschaftlichen Einrichtungen) einige Anmerkungen erlaubt:

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Klimaschützer nicht an den Pranger stellen

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Pressemitteilung:

 KLIMASCHÜTZER NICHT AN DEN PRANGER STELLEN

  Die Ergebnisse vom Weltklimagipfel in Cancun sind schwach und ohne  konkrete Festlegungen.

 Die Vertretung Boliviens wird als "Blockierer" oder "Bremser" dargestellt und steht am Pranger. Das  ist widersinnig. Bolivien wollte, dass alle "mehr" vereinbaren und ans Eingemachte gehen.

 Neben dem Staat Bolivien haben zehntausende Kleinbauern, Vertreterinnen indigener Völker und andere politisch engagierte Menschen gegen das Geschachere um die Zukunft der Erde protestiert und konkrete Forderungen gestellt.

Bolivien kritisiert zu Recht die Schwäche der zur Verabschiedung vorgelegten Beschlüsse. Das Abschlusspapier spricht vom Ziel, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu beschränken. Aber es gibt keine verbindlichen Maßnahmen, womit das wirklich erreicht werden soll.

Die Sorge ist sehr berechtigt, dass der CO2-Zertifikathandel ein lukratives Geschäft für dessen Betreiber ist, aber keine wirklichen Resultate für das Klima bringt. Auf alle Fälle muss verhindert werden, dass mit diesem modernen Ablasshandel sogar Atom- und Kohlekraftwerke oder der Bau von Riesen-Staudämmen - und die damit einhergehende Bedrohung  von Mensch und Natur - gefördert und gerechtfertigt werden.

Es ist zu hoffen, dass auf dem Weg zur nächsten Klimakonferenz die Kritik Boliviens ernst genommen wird und in die vorbereitenden Verhandlungen an herausragender Stelle einfließen.

 

Die Vorstände des

Nord Süd Forums, München, 13.12.2010

 Informationsstelle Peru e.V., 16.11.2010

 

 

Klimaschützer nicht an den Pranger stellen

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Pressemitteilung:

 KLIMASCHÜTZER NICHT AN DEN PRANGER STELLEN

  Die Ergebnisse vom Weltklimagipfel in Cancun sind schwach und ohne  konkrete Festlegungen.

 Die Vertretung Boliviens wird als "Blockierer" oder "Bremser" dargestellt und steht am Pranger. Das  ist widersinnig. Bolivien wollte, dass alle "mehr" vereinbaren und ans Eingemachte gehen.

 Neben dem Staat Bolivien haben zehntausende Kleinbauern, Vertreterinnen indigener Völker und andere politisch engagierte Menschen gegen das Geschachere um die Zukunft der Erde protestiert und konkrete Forderungen gestellt.

Bolivien kritisiert zu Recht die Schwäche der zur Verabschiedung vorgelegten Beschlüsse. Das Abschlusspapier spricht vom Ziel, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu beschränken. Aber es gibt keine verbindlichen Maßnahmen, womit das wirklich erreicht werden soll.

Die Sorge ist sehr berechtigt, dass der CO2-Zertifikathandel ein lukratives Geschäft für dessen Betreiber ist, aber keine wirklichen Resultate für das Klima bringt. Auf alle Fälle muss verhindert werden, dass mit diesem modernen Ablasshandel sogar Atom- und Kohlekraftwerke oder der Bau von Riesen-Staudämmen - und die damit einhergehende Bedrohung  von Mensch und Natur - gefördert und gerechtfertigt werden.

Es ist zu hoffen, dass auf dem Weg zur nächsten Klimakonferenz die Kritik Boliviens ernst genommen wird und in die vorbereitenden Verhandlungen an herausragender Stelle einfließen.

 

Die Vorstände des

Nord Süd Forums, München, 13.12.2010

 Informationsstelle Peru e.V., 16.11.2010

 

 


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