Informationsstelle Peru e.V.

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Erklärung indigener Frauen Lateinamerikas

E-Mail Drucken PDF

GEWALT GEGEN INDIGENE FRAUEN IST EINE GLOBALE MENSCHENRECHTSVERLETZUNG

- Erklärung indigener Frauen Südamerikas

„Wir indigene Frauen aus vielen lateinamerikanischen Ländern haben uns vom 24.-25.11.2010 in der peruanischen Hauptstadt zum „Enlace Continental de Mujeres Indígenas de las Américas“ getroffen.

Wir berufen uns

- auf die Internationale Erklärung der UN-Deklaration über indigene Völker von 2007,

- auf die international verbindliche Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation,

- auf die Konvention zur Beendigung der Frauendiskriminierung,

- und auf die Internationale Kinderrechts-Konvention.

Wir rufen zur Einhaltung der UN-Frauenkomission Resolution 49/7 gegen Gewalt an Frauen,

wir begrüßen die Resolution der UN-Generalversammlung vom 12.11.2010, in der grünes Licht für die Durchführung einer Weltkonferenz über Indigene Völker im Jahre 2014 gegeben wurde in der indigene Frauen einen wichtigen Platz haben werden, um ihre Visionen und Vorschläge einbringen zu können.

Wir erinnern uns mit Hochachtung an die Anstrengungen unserer Älteren, die als Heilerinnen und spirituelle Leiterinnen viele Jahre für unsere Zukunft kämpfen.

Wir betonen die Wichtigkeit der jungen Generationen, die die indigene Kultur bestärken und dynamisch unsere Identität bestärken.

Wir betonen, dass die Gewalt gegen indigene Frauen eine globale Menschenrechtsverletzung darstellt. Die Einhaltung der Menschenrechte für indigene Frauen ist unabdingbar für das gemeinschaftliche Überleben indigener Völker...

Wir indigenen Frauen erheben erneut unsere Stimmen, wir verpflichten uns weiter zu kämpfen, damit unsere Menschenrechte eingehalten und alle Formen der Gewalt beendet werden.

Hierzu gehören:

  1. , Die strukturelle Gewalt, die durch Gesetze entsteht, die gegen die UN-Deklaration über die Rechte indigener Völker verstoßen,
  2. Zerstörung der Mutter Natur, Ausbeutung von indigenen Territorien und Land im Namen von Entwicklung und Modernität ohne die Vorstellungen des GUTEN LEBENS der indigenen Völker zu berücksichtigen und ohne die Einhaltung der „Consulta Previa“ (der vorherigen Information und Mitbestimmung indigenerVölker an Großprojekten),
  3. Die Auswirkungen des Klimawandels, speziell der Erwärmung der Erde, was die Formen des Lebens, der Gesundheit, der Nahrungsmittelsouveranität, die Kultur, die natürlichen Ressourcen und somit das Leben der indigenen Völker sehr beinträchtigt,
  4. Rassismus und Diskriminierung gegenüber indigene Frauen in den Basisdiensten. Gesundheit, Schulbildung, Gerichtsbarkeit. Hier gilt nicht das Prinzip der Anerkennung kultureller, spiritueller und religiöser Vielfalt...
  5. Ausbeutung in Arbeitsverhältnissen wie in der Arbeit von Hausmädchen, unter den unterdrückerischen Arbeitsverhältnissen leiden besonders indigene Kinder und junge Frauen,
  6. Sexuelle Ausbeutung, auch mittels des Sex-Tourismus gegenüber von indigenen Kindern, Jugendlichen und Frauen,
  7. ungleiche Zuteilungen aus den Staatshaushalten, z.B. für die Bereiche interkulturelle Erziehung, interkulturelles Gesundheitswesen, Sprache und Kultur der indigenen Völker sowie das statistische Nicht-Vorhandenssein,
  8. Politische Gewalt, die die Mitbestimmung indigener Frauen einschränken, den Zugang

an der politischen Macht verhindert (in lokalen Regierungen, staatlich-nationalen sowohl internationalen Organisationen etc.,

  1. Gewalt im häuslichen Umfeld mit psychologischen, emotionalen und körperlich-sexuellen Übergriffen an indigenen Kindern und Frauen innerhalb ihrer Dorfgemeinschaften,
  2. Verbreitung von Stereotypen und Bildern indigener Frauen durch die Kommunikationsmedien, wodurch die indigenen Frauen falschund als unfähig dargestellt werden,
  3. Wirtschaftliche Gewalt im Bereich der landwirtschaft, bei der Verteilung von lebensmitteln sowie beim rechtlichen Zugang zu Landtiteln (im Andengebiet),
  4. Militärische Gewalt, bewaffnete Konflikte in indigenen Territorien, gewaltsame Vertreibung,, sexuelle Gewalt in bewaffneten übergriffen, Vertreibung und Zerstörung sozialer Netze,
  5. Gewalt durch Drogenkartelle, Waffenhandel, organisierte Verbrecher, die das Leben in indigenen Dörfern stark in Mitleidenschaft zieht bzw. verunmöglicht. Weiter bereitet sich hierdurch AIDS und Drogenkonsum aus,
  6. Gewalt durch den sog. „femicidio“, d.h. die brutalen Morde in nord-mexikanischen Städten...