Informationsstelle Peru e.V.

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Bericht der Wahrheitskommission

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Bericht der Wahrheitskommission
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WIDER DAS VERGESSEN

Bericht der Wahrheits- und Versöhnungskommission Perus

Vorweg gesagt:

Im Grünewald Verlag wurde die zusammenfassende Ausgabe des Berichts der Wahrheits- und Versöhnungskommission (WVK) vom katholischen Hilfswerk Misereor und der Informationsstelle Peru e.V. 2008 herausgegeben: „Wider das Vergessen, Yuyanapaq“.

Diese Zusammenfassung der wichtigsten Gründe, Verantwortlichen und grausamen Auswirkungen des bewaffneten internen Konflikts (1980-2000) in Peru ist Pflichtlektüre für Alle, die sich mit Peru beschäftigen.

Denn die Auswirkungen dieser zwanzigjährigen Gewalterfahrung sind auch heute noch spürbar, besonders in den Anden, dem Regenwald und in den Armenvierteln der Städte.

Die Vorschläge der WVK in Peru lauten:

- Anerkennung des Geschehenen,

- Benennung der Schuldigen,

- Wiedergutmachung und Versöhnung.

Ich behaupte, nur wer die Vorschläge aufnimmt, kann das heutige Peru verstehen und sein Tun angemessen darauf ausrichten.

Das gilt für die Unterstützung von Projekten, für die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen, sind „Kernaufgaben“ für die Peru-Solidaritätsarbeit, wie auch von politischen Stiftungen, wissenschaftlich tätigen Einrichtungen, auch für PraktikantInnen, Studierende und junge Menschen, die im Programm „weltwärts“ nach Peru fahren bis hin auch zur Schwerpunktsetzung der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit des BMZ mit Peru.

Der Blick auf die Zeit des „bewaffneten internen Konflikts“ von 1980 bis 2000 ist wichtig, auch für „Neue“ in der Peru-Arbeit, denn all das, was da geschehen ist, ist überhaupt keine „Vergangenheit“. Über 60.000 Tote und Verschwundene, Tausende interner Vertriebenen, unschuldig (noch heute) Inhaftierte, Zerstörung ländlicher Gebiet etc., all das wirkt heute noch nach, vielleicht nicht an der Oberfläche aber desto intensiver „unter der Haut“.

Die WVK sagt zu den Verantwortlichen: „Der totalitäre, fundamentalistische, militärische, terroristische, maoistische Leuchtende Pfad (SL) ist Haupttäter der Verbrechen und für 54% der Todesopfer verantwortlich.

Von Beginn an wurde Ideologie und Taten des Leuchtenden Pfads bei bundesweiten Treffen kritisiert und abgelehnt. Es gab immer wieder „Botschafter“ und „Sympathisanten“ vom Leuchtenden Pfad auch hier, diese wurden heftig kritisiert und ihnen keine Einflussnahme ermöglicht. Von einigen dieser „SL-Sympathisanten“ wissen wir, dass sie heute bürgerliche Karrieren machen und keinerlei Selbstkritik geäußert haben.

Die „Revolutionäre Bewegung Tupac Amaru (MRTA), so die WVK, hat ihren bewaffneten Kampf 1984 gegen den peruanischen Staat begonnen. Sie wollte eine „bewaffnete Organisation“ sein und mied anfangs auch Angriffe gegen die Bevölkerung, ließ sich aber dann immer mehr zu kriminellen Handlungen hinreißen (Geiselnahme, Entführung, Folter, Vergewaltigung und Mord auch gegenüber eigenen Kadern). Die MRTA ist für 1,5% der Todesopfer verantwortlich. Die Besetzung der japanischen Botschaft in Peru (1996) wurde von der ISP kritisch gesehen, weil hierbei unbedarfte junge Leute ins Verderben geschickt wurden. Gegen die Hinrichtung der jungen „Kamizake-Kämpfer“ der Rest-MRTA haben wir protestiert, aber auch unsere Sorge zum Ausdruck gebracht, dass diese Aktion die autoritäre und menschenrechtsverletzende Diktatur unter Präsident Fujimori in Peru akzeptiert wird. Aktuell gibt es immer wieder Aktionen von MRTA-nahestehenden Gruppen, auch in Deutschland, sich für Freilassung bzw. Gerechtigkeit inhaftierter MRTA-Führungskader einzusetzen. Als ISP sehen wir hier, dass es hier nur um MRTA-Aktivisten geht. Wir sagen: Wir engagieren uns bei Aktionen der demokratischen Menschenrechtsorganisationen in Peru.