Informationsstelle Peru e.V.

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Bericht vom Peru-Seminar 8.-10.4.2011

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Energiehunger im Norden. Folgen für Klima, Regenwald und Ernährung in Peru

Unter diesem Titel fand vom 8.-10.4.2011 das jährliche Seminar der Informationsstelle Peru statt.

Es war, wie immer, ein sehr intensives Seminar.

Referentinnen waren: Viviana  Ariola von der Nichtregierungsorganisation CIDAP/Lima, die über ihre Arbeit im Armenviertel Carabayllo informierte.Daniel Maynas I. (Shipibo) von CEPODRA Pucallpa (Regenwald Perus). Er informierte über die anstehenden Probleme (Ölförderung, Palmölanbau, Staudämme etc.) und die Folgen für den amazonischen Regenwald und weiter über die aktuelle peruanische Politik und der Widerstand der indigenen Bevölkerung dageben.

Thomas Brose (Europäisches Klima-Bündnis) stellte die Arbeit dieses europaweit tätigen Bündnisses von Städten und Regionen in Europa vor und kritisierte die aktuelle Energiepolitik in Europa aber auch in Lateinamerika selbst. Anika Schröder (Misereor Aachen) stellte unsere Verantwortung in den Mittelpunkt: Anforderungen an eine weltweit menschen- und umweltverträgliche Energiepolitik bei uns.

Es ist nicht möglich, hier die vielen Informationen und Anregungen wieder zu geben.

Einige Aspekte sollen kurz genannt werden.

- Es muss „normal“ sein, dass Entwicklungszusammenarbeit und Projektunterstützung nur MIT und nicht FÜR die betroffenen Menschen und ihren Organisationsformen stattfinden kann;

- Klimaschutz muss immer Menschenschutz sein;

- der Aspekt „Verteidigung der Menschenrechte“ ist unbedingt weitergehend zu sehen: Die Unterstützungsarbeit ist verstärkt auf die Dimensionen: Einhaltung der international verbindlichen  Wirtschafts- und Sozialpakte, auf das Recht auf gesunde Luft, Ernährung etc.zu legen.

- Das Konzept „concertando“, als eine Art Konsenzfindungsprozess, ein Aushandeln mit den zuständigen, auch zuständigen Regierungsstellen, wurde verdeutlicht. Das ist schwierig, aber beinhaltet die wichtige Möglichkeit, dass dann langfristige Veränderungen im Land selbst aufgebaut werden können. Solche Prozesse sind auch von uns hier verstärkt zu fördern, weil hierin die Partner Subjekte ihres Schicksals werden können und nicht Objekte bleiben, die von unserer oder offizieller Hilfe abhängig bleiben.

Die Arbeit in themenbezogenen Arbeitsgruppen (Wie können wir indigene Bewegungen unterstützen; was bringen wir ein in die Kooperation mit Umweltgruppen und Initiativen für den Energie-Wandel; kann Freiwilligen-Arbeit zum Schutz des Klimas beitragen; Auswirkungen vom Klimawandel im peruanischen Hochland und Reaktionen der organisierten Landbevölkerung darauf) war wichtig, aber wie immer zu kurz. Konkrete Anregungen und Vorschläge für die Informations-und Aktionsarbeit der Informationsstelle Peru wurden dann mit in die Planung zum Schluss des Seminars mit eingebracht.

Hier ist u.a. zu nennen:

- Planung und Kooperation im Rahmen eines möglichen „Rückkehrer-Seminars“ (weltwärts) mit dem Eine Welt Haus Bielefeld, 2011,

- das Thema im weltwärts-Programm, dass  dieses nicht eine Einbahnstraße bleibt, ist ein weiteres Thema, eine Umsetzung findet schon konkret durch Color Esperanza (Freiburg) statt, auch das Thema der Schikanen bei der Erteilung von notwendigen Visa für PeruanerInnen für Deutschland wird weiter kritisch bearbeitet,

- im Bereich der Bergwerkskampagne Peru: Reichtum geht – Armut bleibt gibt es sehr viele ausleihbare Materialien, Referentinnen, es gibt die Möglichkeit an der Erstellung von Unterrichtsmaterialien mit zu arbeiten. Die Vorbereitungen für den Abbau von Uran im südl. Peru (Puno- Titicacasee) sind sehr beunruhigend, Mitarbeit bei der Recherche-Arbeit ist sehr gewünscht,

- im Bereich der Kooperation mit indigenen Bewegungen soll ein Protestbrief an Minister Niebel (BMZ) anläßlich der Nicht-Mehr-Förderung dess Yasuni-Schutzgebietes in Ekuador geschrieben werden,  schwerpunktmäßig unterstützen wir die Forderungen der indigenen Organisationen (Asháninka – Rio Ene und Rio Inambari (Madre de Dios) angesichts der geplanten Groß-Wasserkraftswerke), im Sinne der Einhaltung der „consulta previa“,

- zur geplanten Einführung des Freihandelsabkommens (TLC) Europa mit Peru und Kolumbien wird der Aufruf der ISP weit verbreitet und um Unterzeichnung gebeten. Evtl. soll hierzu ein Informationsseminar stattfinden.

- Die vorhandenen Angebote innerhalb der ISP (Beratung, Vernetzung) können stärker genutzt werden, interessierte Personen und Gruppen sollen sich ohne „Scheu“ deshalb an die ISP wenden,

- da viele Aspekte nicht mehr national gelöst werden können, sondern europaweit, beteiligt sich die ISP im Rahmen der Europa-Vernetzung (Plataforma Europea),

- die Ideen, Walderhalt zu „verkaufen“ konnte nicht vertieft werden. Dazu sind die Meinungen sehr unterschiedlich. Hier ist angeregt, ein Tagesseminar dazu zu machen, um sich grundlegend über Vor-und Nachteile zu informieren und dazu eine klarere Position zu bekommen,

Das nächste Peru-Seminar der ISP findet vom 20.-22.4.2012 statt.

(Heinz Schulze)

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 16. April 2011 um 04:19 Uhr