Informationsstelle Peru e.V.

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Der Betrug zum Machu Picchu

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Eine Reise nach Perú ohne Machu Pichu zu besuchen ist für viele wie ein Deutschlandbesuch ohne Schloss Neuschwanstein.

Im Februar und März 2010 regnete es wie aus Kübeln zwei Tage und zwei Nächte in Cusco und Umgebung. Die Flüsse traten über die Ufer, Felder wurden überschwemmt, die Ernte der campesinos vernichtet, Dörfer wurden (u.a. im Heiligen Tal der Inkas am Urubambafluss) zerstört, tausende von Menschen verloren ihr Hab und Gut. So wurden auch die Straßen in den Anden und die Eisenbahnlinie zur Inkaruine Machu Picchu weggespült bzw. unterspült und nicht befahrbar.

Die mit ausländischem Kapital ( chilenischem) betriebene Monopolstrecke, Perurail war eine zeitlang nicht benutzbar. Die Gesellschaft verkündete am 1.4.: Die Fahrt nach Machu Pichu kann wieder befahren werden. Das ist eine unkorrekte Meldung.

Wir waren mit einer Gruppe von 20 PädagogInnen aus München am 5. und 6.4. in Cusco.

Fakt ist:

- Anstelle von ganzen Zügen fährt täglich ein Waggon. Das ist deswegen, weil die Bahnstrecke, die schlecht „geflickt“ ist, wo die Schienen z.T. Nur schlecht mit Untergrund aufgefüllt sind, keinen ganzen Zug aushalten würden.

- Für eine Fahrt in diesem Waggon müssen 250 Dollar und viel mehr bezahlt werden.

- Es kann sein, dass die Rückfahrt von Machu Pichu unsicher ist und man im Hotel auf Machu Pichu 1-2 Nächte übernachten muss.

- Die örtlichen Reiseunternehmen in Cusco, auch die, die Tickets gekauft hatten, haben keine Chance, an Tickets zu kommen. Die werden z.Zt. noch via Internet von zahlungskräftigen Personen aus dem Ausland quasi „ersteigert“.

- Eine weitere Unverschämtheit von Railperu ist, wie sie mit der lokalen Bevölkerung umgeht. Die Menschen, die an der Bahnstrecke entlang wohnen oder arbeiten (z.B. in Aguas Calientes) und nach Cusco fahren müssen, zahlten früher 10 Soles (ca. 2,50 €). Heute geht für sie nur 1 Waggon pro Woche und die Fahrt kostet 40 Dollar!.

- Eine Alternative schien die Einrichtung einer Buslinie zu sein mit 3 Stunden Fußmarsch jeweils nach Machu Pichu. Nach erneuten Bergrutschen und gefährlichem Steinschlag wurde aktuell dieser Weg auch gesperrt.

- Das Problem mit der Bahnlinie wird bis Juni 2010 sicher andauern. Die Bahnlinie versteht sich als Kapitalgesellschaft, investiert kaum etwas in die Sicherheit und will den großen Verlust durch den Ausfall an Reisenden wieder rein holen, auch auf Kosten der Touristen.

Alternativen sind: Pisac, Chinchero, Maras (mit den Salzgewinnungsbecken), Ollanta y Tambo etc.)

Heinz Schulze, 12.4.2010

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 13. April 2010 um 19:46 Uhr